Gift für Haustiere

entnommen: www.zdf.de


Gefahr für Waldi und Co. in Haus und Garten

"Was dem Herrchen bekömmlich ist, kann dem Tier nicht schaden" - ein Irrtum, wie mancher Tierhalter erkennen muss. In der Wohnung und im Garten lauern viele Gefahren, die selbst Tierärzten nicht immer geläufig sind. ZDF.umwelt nennt die wichtigsten.

Viele Pflanzen sind für Tiere giftig!

Zahlreiche Haustiere sterben Jahr für Jahr an Vergiftungen. Sie schlucken arglos Medikamente, Rattengift oder Insektizide. Rund ein Viertel der Todesfälle geht aber auf Pflanzen zurück, an denen sie herumgekaut haben und die wir als harmlos einschätzen. Sie enthalten aber Stoffe, die für Tiere unter Umständen tödliche Nebenwirkungen haben. Einige beliebte Zimmerpflanzen gehören dazu, aber auch im Garten wächst so manches, was dem tierischen Hausgenossen gefährlich werden kann.

Vorsicht bei Zimmerpflanzen!

Giftig für Haustiere sind unter anderem folgende Gewächse:

Zimmerpflanzen:

 
Dieffenbachia
Pflanze Wissenschaftlicher Name Giftigkeit
Baumfreund/Baumlieb Philodendron giftig +
Schweigstock, Schweigrohr, Giftaron Dieffenbachia sehr stark giftig +++
Feigenbaumarten wie Benjamini, Gummibaum Ficus giftig +
Fensterblatt Monstera deliciosa giftig +
Weihnachtsstern Euphorbia Pulcherrima schwach giftig (+), selten stark giftig
 

Im Garten:

 

 
Eibe
Oleander
Rhododendron
Pflanze Wissenschaftlicher Name Giftigkeit
Alpenveilchen Cyclamen persicum giftig +
Bittersüßer Nachtschatten Solanum dolcam stark giftig ++
Eibe Taxus baccata stark giftig ++
Fingerhut Digitalis purpurea sehr stark giftig +++
Goldgelbe Alpenrose/Sibirische AlpenroseAzalee Rhododendron schwach giftig (+) bis stark giftig ++
Holunder Sambucus nigra schwach giftig (+)
Immergrüner Buchsbaum Buxus sempervirens stark giftig ++
Lilien Amaryllis belladonna stark giftig ++
Maiglöcken Convallaria majalis sehr stark giftig +++
Oleander Nerium oleander sehr stark giftig +++
Osterglocke Narcissus pseudonarcissus giftig +
Rizinus Ricinus communis sehr stark giftig +++
Schwarzer Nachtschatten Solanum nigrum stark giftig ++
Trompetenbaum Datura suaveolens sehr stark giftig +++
Wandelröschen Lantana camara giftig +

Vergiftungsanzeichen und Gegenmaßnahmen

Die Symptome sind unterschiedlich. Oft leiden die Tiere unter Erbrechen und Durchfall. Es können aber auch die typischen Schocksymptome auftreten: Kreislaufprobleme, Lähmungen und Ähnliches. Ob ein Tier nach dem Kauen giftiger Pflanzen in Gefahr ist, hängt auch von der Menge ab, die es gefressen hat. Ein großes und schweres Tier kann größere Mengen "vertragen" als ein kleines, leichtes. So schadet der Biss in ein Weihnachtsstern-Blatt einer Katze nicht, mehrere Blätter allerdings können gefährlich werden.
Handelt es sich um eine leichte Vergiftung, kurieren sich die Tiere selbst . Bei einem schweren Fall müssen sie sofort zum Tierarzt gehen. Er kann zwar nur in den wenigsten Fällen ein Gegengift verabreichen (zum Beispiel bei Rizinus- und Oleander-Vergiftung), er wird aber die Symptome behandeln. Sie sollten in jedem Fall ein Stück der gefressenen Pflanze mitnehmen.

Vergiftung durch Lebensmittel

Nicht nur Pflanzen, auch Nahrungsmittel, die für den Menschen unproblematisch sind, können für Haustiere zur Todesfalle werden. 

Weitere Informationen

Giftpflanzendatenbank für die Veterinärmedizin vom Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie der Universität Zürich. Die Giftpflanzendatenbank ist ab Januar 2003 auch als CD-Rom erhältlich. Der Datenträger kostet Euro 70,00 gegen Rechnung und ist erhältlich über folgende Adresse:

Universität Zürich
Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie
Winterthurerstraße 260
CH-8057 Zürich, Schweiz
Fax:  0041-1-635 89 10
E-Mail:  Susba@vetpharm.unizh.ch

Broschüre: Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (bgvv): "Giftige Pflanzen im Wohnbereich und in freier Natur". (1999) ISBN 3-931675-36-X. Erhältlich für Euro 5,00 gegen Rechnung beim bgvv,
Thielallee 88 - 92
14195 Berlin
Tel.: 030 / 84 12 - 0
Fax: 030 / 84 12 - 49 70
Infos zum BGVV gibts auch übers Internet.

Buch: S. Weileman u.a.: "Giftberatung Pflanzen". 2. Aufl. Eschborn 2000, Preis: Euro 15.00

Giftnotrufe:
* Informationszentrale gegen Vergiftungen der Universität Bonn
Tel.: 0228 / 192 40
Fax: 0228 / 287 33 14
Infos der Giftzentrale Bonn gibt es auch über die Homepage.
* Giftnotruf der Universität Mainz:
Tel.: 06131 / 19240 oder 232466 (Infoline)
Auch die Giftinfo Mainz ist übers Internet erreichbar.

von Carmen Peter


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