(gefunden bei: http://mitglied.lycos.de/dreamdogscats)
Mit freundlicher Genehmigung der Autoren Dr. med. vet. Alexander Gerold, PD Dr. med. vet. Frédéric Gaschen, Abteilung Innere Medizin Kleintiere, Tierärzte der Universitäts-Tierklinik Bern, und der Zeitschrift Hunde, der Zeitschrift der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft SKG .
Sogenannte «histiozytäre proliferative Erkrankungen beim Hund» sind Wucherungen der Fresszellen des Bindegewebes (Histiozyten). Sie umfassen eine relativ große Gruppe von Krankheiten, deren Verhalten von gut- bis bösartig reichen kann. Bekannt und gefürchtet ist die «maligne Histiozytose», eine besonders bösartige Krebserkrankung, die gehäuft beim Berner Sennenhund auftritt, aber auch bei anderen Hunderassen wie Rottweiler, Golden Retriever und Dobermann beschrieben wurde. Eine Anhäufung in gewissen Familien wurde beim Berner Sennenhund beobachtet. Ein Teil der Anfälligkeit gegenüber dieser Erkrankung scheint genetisch verankert zu sein. Das Durchschnittsalter beim Auftreten der Symptome beträgt sechs Jahre. Die Krankheit befällt vor allem Milz, Lunge und Knochenmark; aber auch die Lymphknoten und Leber. Die Hunde leiden an unspezifischen Symptomen wie reduziertem Appetit, Lustlosigkeit, Schwäche und Gewichtsverlust. Bei der klinischen Untersuchung findet die Tierärztin oder der Tierarzt je nach Lokalisation der Geschwulst unterschiedliche Veränderungen wie Blutarmut, Ergüsse, Knochenläsionen. Bei Tumoren in der Lunge kann beispielsweise Atemnot auftreten. Die Bestätigung der Diagnose erfolgt durch Röntgen und Ultraschalluntersuchungen, Biopsieentnahme und –analyse (Zytologie, Pathologie). Der Verlauf ist schnell und oft tödlich. Eine zufrieden stellende Behandlung gibt es nicht. Da die Prognose sehr ungünstig ist, werden viele Hunde nach Bestätigung der Diagnose eingeschläfert.
Wucherungen der Fresszellen des Bindegewebes (Histiozyten) können gut oder bösartig sein
Nicht alle histiozytären Erkrankungen des Hundes sind jedoch durch einen solch dramatischen Verlauf gekennzeichnet. Gutartige Geschwülste wie das sogenannte «Histiozytom» sind auch bekannt. Es handelt sich um einen gutartigen Hauttumor, ausgehend von Abwehrzellen in der Haut. Histiozytome treten am häufigsten bei jüngeren Hunden auf und verschwinden meistens mit der Zeit von selbst. Eine Behandlung ist deshalb nicht angezeigt. Andere Formen der histiozytären Erkrankungen befallen die Haut oder innere Organe. Die «kutane Histiozytose» äußert sich durch mehrere knotenartige Veränderungen in der Haut und kommt vor allem bei jungen Hunden vor; dabei sind Golden Retriever und Deutsche Schäferhunde häufiger betroffen als andere Rassen. Eine Behandlung mit kortisonhaltigen Präparaten führt meist zu einer Verbesserung der Symptome. Die «systemische Histiozytose» ist eine chronische Krankheit, die vor allem Berner Sennenhunde, Rottweiler, Golden Retriever und Dobermänner befällt. Betroffen sind Haut, Lymphknoten und Augen. Die Krankheit spricht schlecht auf die Behandlung an, und die mittlere Überlebenszeit beträgt etwa 8 bis 9 Monate. In Zusammenarbeit mit dem Klub für Berner Sennenhunde werden zurzeit in einer gemeinsamen Aktion an beiden veterinärmedizinischen Fakultäten (Zürich und Bern) Untersuchungen über das Vorkommen dieser Erkrankungen bei dieser Rasse durchgeführt.
Siehe auch: Tumoren der Haut